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Museum 2003 "Die Frist" PDF Drucken E-Mail
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Die Frist

2003 wird es düster in der Kunibergaula, denn mit der "Frist" von Dürrenmatt hat sich die Theater AG eine pechschwarze Komödie ausgesucht.

Nach den eher leichten Komödien der vergangenen Jahre, sucht die AG mit diesem Stück eine neue Herausforderung. Schon öfter wurde das Werk in den letzten Jahren heraus geholt und meist aber wieder verworfen, da große Teile als, für eine Schultheatergruppe,  nicht inszenierbar galten. Bereits Bernd und Erik liebäugelten mit dem Stück, haben es jedoch letztendlich doch nicht gewagt.

Schon zu Beginn, als das Stück ausgewählt wurde, wird klar, dass man insgesamt neue Wege gehen muss, um den düsteren und stellenweise skurrilen Stoff auf die Bühne zu bringen. Ein erster Schritt waren großzügige Kürzungen von Szenen, die als abstrakt und verückt wirkten. Eine weitere Idee manifestierte sich bereits in den ersten Wochen, nämlich die Handlung mit Filmen zu unterstützen. Das Problem war jedoch, das niemand mit diesem Medium bisher Erfahrungen hatte, noch, dass jemand die nötige Soft- und Hardware besaß. Egal, sowas lässt sich ja nachholen. Sebastian Buder erklärte sich schließlich bereit, diesen Kreativen Part zu übernehmen und bastelte in einem Jahr drei kurze Filme zusammen, die zum einen das Stück einleiten, nach der Pause in das Stück zurück führen und schließlich am Ende das Stück abschließen sollten.

Die Filme beruhten auf Filmmaterial der letzten 100 Jahre. Im ersten Film wurde eine Szenerie einer Gesellschaft entworfen, die vom Zerfall gezeichnet ist und somit in die Endzeitstimmung des Stückes einführte. Nach der Pause gab es einen medienkritischen Einspieler, der zu Robbie Williams "Let me entertain you" Katastrophen, wie glückliche Momente aus diversen Medienereignissen in einer Collage zusammenführte. Der letzte Film knüpft wiederum an den ersten Film an, der zeigt, wie die Gesellschaft in Anarchie verfällt, um dann, im Anschluss an eine Atombombenexplosion, zum "Liberty Bell March" Soldaten aufmarschieren lässt und in eine scheinbar gloreiche Zukunft überzugehen... Als letzte Einbelndung taucht schließlich ein Zitat von G.B. Shaw auf:

"Wenn die Geschichte sich wiederholt und immer das Unerwartete geschieht, wie unfähig muß der Mensch sein, durch Erfahrung klug zu werden."

Dass ausgerechnet ein Shaw-Zitat gewählt wurde ist kein Zufall, da schon damals fest stand, dass dieser der Autor des Jubiläumsstückes 2004 sein wird.

Auch in der Inszenierung verließ die AG vertraute Pfade, statt eines naturalistischen Bühnenbilds, ist die Kulisse eher spartanisch gewählt. Ein großer Schreibtisch, ein Thron und im Hintergrund ein weißer Stoff, auf dem im zweiten Teil per Schatten die Operationen am Generalissimus verfolgt werden können. Ein Fußballspiel, das im zweiten Teil, im Wechsel zur letzten Ölung des Dikators läuft, wird von den beiden Gaststars Achim Kampe und Hans Jackschick kommentiert. Als weiteren Gaststar konnte Helmut Terheiden gewonnen werden, der bereits bei den "Zehn kleinen Negerlein" seine Stimme beisteuerte. Dieses Jahr stand er leibhaftig auf der Bühne und sorgte für einen wohligen Schauer, bei allen Schülern im Publikum.

Neben den Gaststars aus dem Kollegium, waren außerdem noch eine Schülerin vom Petrinum im Ensemble vertreten, Britney aus den USA und Régis, aus Frankreich. Régis, der damals als Assistantteacher am Hittorf arbeitete, hat durch die Inszenierung Blut geleckt und kurzerhand in Frankreich Schauspiel studiert. Inzwischen spielt er erfolgreich in mehreren Stück in Paris und ist reglmäßig auf internationaler Tournee. Dies führte auch dazu, dass inzwischen Christopher seinen Namen in einem Pariser Theater wiederfand und zwar als "Mettre en scene" (Regisseur) unter dem Régis bereits gearbeitet hat.

Alles in allem war "Die Frist" ein tolles Stück mit grandioser Atmosphere und vielleicht das Stück, das die Theater AG ermutigt hat, auch in den kommenden Jahren immer wieder neues Terrain zu betreten.

 

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