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Don Juan - oder die Liebe zur Geometrie.

Max Frisch

(Komödie. Uraufführung: Zürich, Berlin 1953.)

2015 holen wir euch eine der heißeste literarischen Figuren auf die Bühne: DON JUAN! Ein Name, der die Damen wohlig erschauern und die Herrn nervös nach dem Dolche greifen lässt. Kaum eine Gestalt der europäischen Literatur übt bis heute eine solche Faszination aus. Bekannt wurde er durch die Dramen von Molina und Molière oder als  Don Giovanni in der gleichnamigen Oper von Mozart. Doch bis heute taucht diese Gestalt, die so wenig von Moral oder religiösen Werten hält, in der modernen Literatur- und Medienlandschaft auf. Johnny Depp verkörpert ihn 1995 im Film und Handke widmete ihm 2004 eine Novelle.

Was fasziniert so sehr an der Figur? Seine Wirkung auf Frauen? Sein fehlender Respekt gegenüber jeglicher Obrigkeit? „Don Juan ist ein Narziss, kein Zweifel; im Grunde liebt er nur sich selbst. Die legendäre Zahl seiner Lieben (1003) ist nur darum nicht abstoßend, weil sie komisch ist, weil sie zählt, wo es nichts zu zählen gibt; in Worte übersetzt, heißt diese Zahl: Don Juan bleibt ohne Du. Kein Liebender also.“ fasst Max Frisch die literarische Figur zusammen. Don Juan schert sich nicht um die anderen, weder um die verführten Frauen, noch um die betrogenen Männer. Stellt sich einer dieser Männer in seinen Weg, so schmecken sie den Stahl seiner Klinge. Leichen und Liebschaften pflastern seinen Weg. Er ist ein Freigeist und nimmt es mit jeder und jedem auf, sogar mit den Toten. Letzteres soll ihm, so die klassische Überlieferung, schließlich zum Verhängnis werden. Denn als er den, durch ihn getöteten Komtur, in Form einer Statue zum Abendessen lädt, nur um ihn zu verhöhnen, nimmt dieser an und reißt ihn unter Getöse hinab in die Hölle, der einzige Ort für Frevler, wie ihn …

So wird die Geschichte seit Jahrhunderten berichtet, doch stimmt diese Version?

Max Frischs Version des klassischen Stoffes setzt kurz vor der Hochzeit Don Juans ein, bei der er Donna Anna ehelichen soll. Die Familien erwarten den „Held von Cordoba“ gespannt und besonders seine Mutter kann es kaum erwarten, ihren Sohn endlich vor dem Traualtar zu sehen. Doch Don Juan ist sich seiner Entscheidung nun gar nicht mehr sicher. Sicher hat er Donna Anna einst geliebt. Damals, als er sie zum ersten mal sah, da fühlte er sich wie vom Blitz getroffen. Es war, als flösse die Sonne durch seine Adern. Er hatte keinen Atem sie anzusprechen, es würgte ihm im Hals, ein Lachen, das nicht zu Lachen war, weil es geweint hätte. Das war die Liebe, so glaubt er, zum ersten und zum letzten Mal. Eine Ehe, die nur auf diesen kurzen Moment fußt, kann keinen Wert haben, ist sich Don Juan sicher und beschließt von seiner eigenen Hochzeit zu fliehen.

Dass darauf der Brautvater Don Gonzalo, der Komtur von Sevilla,  dem Bräutigam nun nach dem Leben trachtet kann in Ansätzen nachempfunden werden. Dass die Brautmutter dem Bräutigam Schutz in ihrem Bett gewährt, bedenkt man die Wirkung des jungen Mannes auf die Frauen, ansatzweise auch. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und Don Juan, der sich nun nach seiner einzig wahren Liebe sehnt – der Geometrie, denn da gibt es keine Unsicherheit, kein vielleicht -   muss Lieben und Kämpfen, um das Schicksal seiner literarischen Figur zu erfüllen.

Schließlich gibt es noch die Hure Miranda, die Don Juan im Bordell beobachtete, in dem er des Öfteren Schach spielt, und in ihm ihre große Liebe sieht …

Kann sie Don Juan die Liebe geben, die er für immer verloren glaubte? Wird sich das Schicksal mit dem Frevler am Ende versöhnen oder fährt auch Max Frischs am Ende in die Hölle ein, wie so viele Don Juans vor ihm?

In der kurzweiligen Komödie geht es um die Liebe und all ihrer Probleme, die sie zwangsläufig mit sich bringt. Sie handelt von der Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn, der käuflichen Liebe, verbotener Liebe, der Liebe zur Geometrie und vielleicht auch von der wahren Liebe – was immer diese sein mag.

Wer glaubt die Liebe zu verstehen oder sie verstehen möchte, wer über die Liebe lachen oder weinen möchte, wer Liebe zum Theater live erleben möchte, der ist am

Freitag, den 28. August 2015

Sonntag, den 30. August 2015

und

Freitag, den 04. September 2015

bei unseren Aufführungen in der Kunibergaula herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf euch,

Eure, Euch liebende, Theater AG



Und für alle, die uns gerne besuchen möchten, aber keine Ahnung haben, wo sie uns finden können, eine kurze Wegbeschreibung unter dem folgenden LINK:


WEGBESCHREIBUNG

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. Juli 2016 um 20:15 Uhr