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Museum 2008 "Die See" PDF Drucken E-Mail
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Wann ist eine Komödie eine Komödie?

2007 konferierte die AG auf der Bühne der Kunibergaula in einem sehr dramatischen Stück, ein Kammerspiel, dass noch mal vielen der inzwischen Ehemaligen einen würdige Rolle zum Abgang bieten sollte.


Ca. elf Charaktere auf der Bühne, von denen noch sechs übrig bleiben sollten... etwas wenig für ein Stück. Daher hieß es zu Beginn der neuen Saison, die AG-Familie, von einigen bereits als sektenähnliches Gebilde bezeichnet, zu dem nur Eingeweihte den Zugang finden, sucht neue Familienmitglieder. Ein Casting-Marathon nahm seinen lauf und aus den zahlreichen Bewerbern, kristallisierten sich schließlich neun neue Sekten... äh... Familien... also AG-Mitglieder heraus. Teilweise verloren geglaubte Schäfchen, teilweise junge Damen, die bereits auf der Leinwand ihr Theaterdebüt hinter sich hatten... Alles in allem aber eine gänzlich neue Truppe von 15 Männern und Frauen (oder hieße es korrekt: Frauen und Männer...). Als Stück schwebte uns sofort eine Komödie vor und fanden diese in Edward Bonds "Die SEE". Auf jeden Fall stand auf dem Deckblatt das Wort "Komödie" sowohl Teile des Regieteams, wie weite Strecken der Darsteller waren sich da zunächst gar nicht so sicher, was denn daran eine Komödie sei... Aber frei nach dem Motto, wenn es so einfach wäre, dann könnte es schließlich jeder. Jedenfalls sollten damit alle Weichen für eine erfolgreiche Saison gelegt sein...



Als etwas geschah, was uns wie ein Blitz aus dem heiteren Theaterhimmel traf: Werner Herwig, unser langjähriger Bühnenmeister und gute Freund verstarb. Ein Schicksalsschlag, den es, gerade für diejenigen die lange mit ihm gearbeitet und manch ein Bier getrunken haben, zu verdauen galt. Doch gerade in diesen schweren Tagen und Wochen zeigte sich, was über die Jahre die AG zu dieser AG gemacht hat. Wie eine Familie stand man sich bei und half sich so über die Trauer hinweg. In zahlreichen Anekdoten erinnerte man sich an Werner und war sich sicher, Werner hätte es gewollt, dass so weiter ging...



Die Probenarbeit nahm ihren Lauf und von Probe zu Probe und allerspätestens bei der Weihnachtsfeier war allen klar, das 2008 wird ein ganz besonderes Jahr. Eine Truppe, von kleinen Differenzen, die immer dazu gehören abgesehen, wuchs zunehmend zusammen und war nach Jahren wirklich zu einer Art Familie zusammengewachsen. Alles schien auf eine superbe Premiere im Mai/Juni hinzulaufen, als uns eine weitere Hiobsbotschaft ereilt:



Die Kunibergaula ist für "unsere" Termine bereits vergeben... Was tun? Aufgeben stand selbstverständlich nie zu Debatte, doch stellte sich die Frage, solle man sich mit der "Konkurrenz" arrangieren oder einen Termin nach den großen Ferien wählen... Man entschied sich für letzteres, da es am entspanntesten klang und sich auch so bewahrheitet hat. Sogar so sehr, dass ernsthaft mit dem Gedanken gespielt wird, die traditionellen Termine aufzugeben und von nun an, im Herbst aufzuführen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Keine Konkurrenz durch andere Schulen, Literaturkurse, keine Klausuren und ein erholtes Publikum...



Nachdem auch diese Hürde genommen ward, ging es daran den Bühnenbildbau unter Eigenregie in die Wege zu leiten. Und an dieser Stelle sollen noch mal ganz speziell zwei Namen genannt werden, ohne die dies so nicht Möglich gewesen wäre: Fabian Kleinherne und Lucas Sowada. Zwei Schüler, die selbst unter schwersten Katermigräne beste Arbeit geleistet haben, so dass wir ein Bühnenbild zu Aufführung hatten, wie es auch von Beginn an geplant gewesen ist.



Die neuen Termine führten jedoch dazu, dass zwei Schauspielerinnen leider zu den neuen Terminen nicht gekonnt hätten, so dass kurioser Weise eine Rolle im Laufe des Jahre DREI Besetzungen erlebt hat... Aber wir wären nicht die Theater-AG, wenn wir auch das erfolgreich gemeistert hätten...



So zogen die Wochen und Monate ins Land bis wir schließlich Ende August endlich wieder in den ehrwürdigen hallen der Kunibergaula standen. Zwei arbeitsreiche Wochen mit genug Zeit, die erfolgreichen Proben gebührend zu feiern, eine katastrophale Generalprobe und eine superbe Premiere sind Erinnerungen, die hoffentlich allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Leider war der Kartenabsatz nicht so erfreulich, wie erhofft, aber wenn man versucht einen Autor an den Mann zu bringen, den leider kaum einer kennt, dann ist es schweeeer.



Die letzte Aufführung war dann auch noch bestens besucht und wir waren froh, Familie Herwig in unseren reihen begrüßen zu können, besonders, da wir im Anschluss des Stückes jeweils einen kurzen Film über Werner gezeigt haben und in der letzten Aufführung der Werner Herwig Preis verliehen wurde.



Es war ein anstrengendes Jahr, doch lag es diesmal weiß Gott nicht an den Schauspielern, sondern an anderen Umständen, auf die wir liebend gerne verzichtet hättet.


und ob die See nun eine "Komödie" ist oder nicht, dass konnte bis zum Schluss nicht eindeutig geklärt werden. Doch fragen wir, ob das Leben eine Komödie ist, so werden wir auch feststellen, dass es viele Momente zum Lachen bietet, nicht immer leicht zu verstehen ist, worauf es hinaus will und meist tragisch endet...


Vielleicht war es einfach ein Stück, was dem Leben näher kommt oder gerade nicht... Wir haben es inszeniert, ihr habt es gesehen - bildet Euch einfach selber ein Urteil ;o)

 

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